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Veröffentlicht am: 13/04/2020
Digitale Alternativen für den Einzelhandel: Umsatz sichern in Krisenzeiten
Die eigene E-Commerce-Website starten, um das Geschäft fortzuführen? Sich mit anderen Händlern aus der Region zusammenschließen, um einen gemeinsamen Online-Marktplatz ins Leben zu rufen? Welche Alternativen gibt es konkret, um auch in herausfordernden Zeiten mit den Kunden in Verbindung zu bleiben? Dies sind zentrale Fragen, die sich Händler spätestens seit den ersten Lockdown-Erfahrungen und anhaltenden Frequenzkrisen intensiv stellen müssen.

Für Inhaber einer physischen Verkaufsstelle haben temporäre Schließungen oder ausbleibende Laufkundschaft eine drastische Verlangsamung bis hin zum totalen Stillstand der geschäftlichen Aktivität verursacht. Erschwerend kommt oft das Problem der Lagerverwaltung bei bereits bezahlten Warenbeständen hinzu. Über geschlossene Türen hinaus waren viele Akteure gezwungen, den Vorhang dauerhaft zu senken, weil schlichtweg die Besucher fehlten.
Doch was wäre, wenn digitale Technologien die Rettung sind, um ein Unternehmen flexibel und krisenfest zu steuern? In den letzten Jahren wurden zahlreiche hybride Methoden erfolgreich etabliert: maßgeschneiderte E-Commerce-Websites, lokale Online-Marktplätze, Heimlieferdienste, Click & Collect sowie Gutschein-Systeme. Damit Händler genau wissen, wo sie anfangen sollen, haben wir die wichtigsten digitalen Werkzeuge übersichtlich analysiert.
1. Die eigene E-Commerce Website starten
Zahlreiche etablierte Plattformen wie Shopify, PrestaShop oder spezialisierte Anbieter ermöglichen es Einzelhändlern mittlerweile, eine schlüsselfertige Online-Shop-Lösung einzurichten, die oft innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit ist. Diese Dienste lassen sich nahtlos in das bestehende stationäre Geschäft integrieren und bieten auch weit über Krisenzeiten hinaus einen echten Mehrwert.
Da moderne Online-Zahlungsdienste direkt inbegriffen sind, müssen sich Händler im nächsten Schritt lediglich um die Logistik der Lieferung oder die Bereitstellung zur Abholung im Laden kümmern. Spezielle App-Lösungen erlauben es sogar, einen kompakten Online-Katalog in Rekordzeit zu erstellen. Zudem entstehen in Händler-Netzwerken immer häufiger Patenschaften, bei denen erfahrene E-Commerce-Akteure Neulingen bei der Einrichtung und Entwicklung ihres neuen digitalen Standbeins beratend zur Seite stehen.
2. Gemeinsam stark: Einen lokalen Marktplatz aufbauen
Eine weitere zukunftsweisende Vorzeigelösung, die in vielen Städten flächendeckend an Bedeutung gewinnt, ist der lokale oder regionale Online-Marktplatz.
Das Prinzip der Gemeinschaft:
Mehrere benachbarte Händler mit sich ergänzenden Sortimenten schließen sich zusammen, um ihre Produkte auf einer einzigen, zentralen Online-Plattform zu bündeln. Dies kann beispielsweise in Form von gemeinschaftlich zusammengestellten Produktkörben zur Lieferung oder zum Mitnehmen umgesetzt werden.
Es lohnt sich, bei den Händlern in Ihrer Nachbarschaft, den lokalen Gewerbevereinen oder der regionalen Industrie- und Handelskammer (IHK) nachzufragen, ob bereits eine solche Plattform existiert, an die Sie sich unkompliziert anschließen können. Professionelle Dienstleister haben sich längst auf diese kooperativen Lösungen spezialisiert. Sie unterstützen Einzelhändler ganzheitlich beim digitalen Wandel – von der Erstellung des Online-Auftritts über professionelle Produkt-Shootings bis hin zur Organisation einer umweltfreundlichen Lieferung per Lastenrad.
3. Den eigenen Lieferservice etablieren
Die Lieferung direkt nach Hause ist bei weitem die am häufigsten genutzte Lösung für Betriebe, die von temporären Schließungen direkt betroffen sind (wie etwa Bars, Cafés und Restaurants), um eine unmittelbare Alternative zu Umsatzverlusten und verderblicher Ware zu finden.
Die Schritte zur erfolgreichen Einführung:
- Sortimentsanpassung: Definieren Sie ein komprimiertes Angebot basierend auf den aktuell lagernden Beständen.
- Verpackung: Wählen Sie funktionale, transportsichere und idealerweise nachhaltige Behälter.
- Kommunikation: Nutzen Sie Ihre Social-Media-Kanäle intensiv, um das neue Angebot bekannt zu machen.
- Plattform-Wahl: Nutzen Sie etablierte Lieferplattformen (wie Deliveroo, Uber Eats, Just Eat) oder organisieren Sie die Auslieferung intern mit eigenem Personal, falls die Kapazitäten vorhanden sind.
Wichtiger Hinweis: Prüfen Sie die Konditionen und Provisionsgebühren der externen Plattformen gründlich, bevor Sie eine finale Entscheidung treffen.
4. Click & Collect: Kontaktlose Abholung anbieten
Eine hervorragende Alternative zum reinen Versand ist der Verkauf zum Mitnehmen (auch bekannt als Drive oder Click & Collect). Ganz gleich, ob Sie Frequenzbrüche im Laden ausgleichen müssen oder im Gegenteil den Kundenstrom entzerren wollen, um Abstands- und Sicherheitsregeln optimal einzuhalten: Der Take-Away-Verkauf ist im modernen Handel fest verankert.
| Vorteil | Organisatorische Umsetzung |
|---|---|
| Kein komplexer Webshop nötig | Kommunizieren Sie Ihr aktuelles Angebot unkompliziert via Social Media, über einen regelmäßigen E-Mail-Newsletter oder per Messenger-Dienste an Ihre Kunden. |
| Direkte Kundenbindung | Bestellungen werden vorab telefonisch oder digital entgegengenommen und für die Abholung vorbereitet. Das sichert den persönlichen Kontakt. |
| Prozesskontrolle | Organisieren Sie feste Zeitfenster für die Abholung, um Stoßzeiten zu vermeiden, Logistikabläufe zu strukturieren und Kapazitätsgrenzen einzuhalten. |
5. Solidaritäts-Gutscheine zur Sicherung der Liquidität
Um den Cashflow im Handel kurzfristig zu stützen, haben sich solidarische Online-Plattformen etabliert. Hierüber können treue Verbraucher Gutscheine erwerben, die sie flexibel zu einem späteren Zeitpunkt im Geschäft einlösen. Der unschätzbare Vorteil für Sie als Händler: Der Gutscheinbetrag wird sofort an Ihr Unternehmen überwiesen. Das sorgt für einen echten Liquiditätsschub genau dann, wenn die laufenden Kosten weiter gedeckt werden müssen.
Die digitale Sichtbarkeit entscheidet über den Erfolg
Natürlich sind all diese digitalen Lösungsansätze keine automatischen Wundermittel. Aber sie bieten ambitionierten Händlern die wertvolle Chance, die Verbindung zu ihren Stammkunden proaktiv aufrechtzuerhalten, massiv an digitaler Sichtbarkeit zu gewinnen und völlig neue Verbraucherkreise in der Region zu erschließen.
„Jetzt ist der absolut richtige Zeitpunkt zum Handeln. Die Geschäfte, die bereits vor einer Krise eine solide Online-Präsenz aufgebaut haben, sind am besten gerüstet, um sich flexibel zu behaupten. Wer digital nicht stattfindet, ist für den modernen Verbraucher leider unsichtbar.“
Nutzen Sie die Gelegenheit, um auch Ihr Ladenkonzept zukunftsfähig aufzustellen – sowohl im Netz als auch mit einer einladenden, professionellen Warenpräsentation vor Ort!